Sonntag, 17. Februar 2008

15: Auf Käptn Ahab's Spuren...

Noch kurz ein kleiner Nachtrag zur letzten Woche. Als ich am Donnerstag aus dem Labor an meinen Schreibtisch zurückgekehrt bin, stand eine Flasche Sake, ein Strohhut und eine Packung Kekse darauf. Da hat mir doch tatsaechlich der Fußballtrainer diese Geschenke aus Okinawa mitgebracht. Sowas ist mir eigentlich auch immer sehr unangenehm, aber was soll ich denn machen. Am Freitag beim Fußballspielen war diesmal sogar eine Frau dabei. War technisch auch wirklich gut und hat ganz gut mitgespielt. Hab sie natürlich gleich mal in Manndeckung genommen…hoho…also die Witze hier werden auch immer flacher, damit ist jetzt Schluss.
Freitags habe ich etwas früher mit dem Arbeiten aufgehört und bin mit der Bahn nach Ueno gefahren. Dort war ich auf einer Präsentation meines Kumpels Raoul eingeladen. Dieser hatte an der Geidai Universität ein Semester Architektur studiert und hat an diesem Abend seinen Abschlussvortrag gehalten. Auf der After-Party gab’s Maultaschen und Weißwürste, auf die sich die Japaner dann auch richtig gestürzt haben. War wirklich lecker und ein ganz nettes Beisammensein. Als sich die Crowd verflüchtigt hatte, sind Raoul, Simon, ne Polin und ihr freund ,2 Japaner und ich noch in ein Irish Pub. Hier wollte die eine Japanerin von mir wissen warum denn eigentlich ein Flugzeug fliegt…hmm…das hab ich dann ma versucht zu erklären(auch mit Skizze) und während meiner Bemühungen hat sie auch fleißig mit dem Kopf genickt, aber als ich sie dann am Ende gefragt hatte, ob sie es verstanden hat…Nöööö…naja macht ja nix, ich ja auch nicht. Irgendwie kam dann die Idee auf, ob wir uns nicht morgen früh den Fischmarkt von Tokio anschauen wollen. Naja jetzt gab’s nur ein Problem - was tun bis früh um 5uhr, wenn die erste Bahn zum Tsukiji Fischmarkt fährt. Is nicht schwer zu erraten…Karaoke. Ok also 4 Stunden fand sogar ich etwas lang. Zwar hat sich die Ikuko anfangs etwas geziert zu singen, aber dann bei den Beatles Klassikern war sie dann doch dabei. War aber wieder super lustig und ganz tolle Stimmung. Hab auch ein neues Lied für mich entdeckt, was super zu mir passt. Elton John – Rocketman…4 Uhr früh…da gibt’s kein Halten mehr. Sind dann frühs mit der ersten S-Bahn zum Fischmarkt gefahren. Hier werden rund 90% des gesamten Fischbedarfs umgeschlagen. Allerdings muss man hier aufpassen, damit man nicht von den zahlreichen Wägen überfahren wird. Ich hab mich nur gefragt, wie das bei der Hektik mit der Logistik funktioniert.
Hier gibt’s wirklich jede Art von Fisch, von Muscheln bis Waalfleisch, was wie riesen Steaks aussieht. Der am meisten benutzte Ausdruck war wohl:"…hää was is denn des???"... Konnten auch in die Auktionshalle, wo die Thunfische versteigert werden. War super interessant. Bin dann mit Raoul zurück zum Ueno Campus und hab dort etwas geschlafen, mich geduscht und mich um 15Uhr mit Joe getroffen. Sind dort dann durch den Ueno Park, in dem sehr viele Kirschbäume stehen, die dann zur Kirschblütenzeit so Anfang April erblühen. Hier befindet sich auch die Flamme von Hiroshima, nach dem Atombombenabwurf wurde aus den brennenden Trümmern der Stadt eine Flamme erhalten, die man hier im Ueno Park sehen kann. Um die Flamme sind aus Origami-Faltkunst 1000 gefaltete Kraniche angebracht. Weiter gings dann nach Akihabara. Hier lockt das Elektronik-Viertel mit den neuesten Angeboten aus der Welt der Unterhaltungselektronik und der Kameras. Besonders nach Eintritt der Dunkelheit sind die bunten flimmernden Lichtreklamen nichts für schwache Nerven. So gibt’s auch in riesigen Kaufhäusern (das kann man sich gar nicht vorstellen, so groß) auch im Eingangsbereich Handy-Ladestationen, in denen man während des Einkaufs sein Handy aufladen kann. Der hier wohl am meisten benutzte Ausdruck war: "…alter wie krank is das denn!" Hab mir hier neue Kopfhörer für meinen Ipod gekauft, da die alten schon wieder kaputt waren. In Akihabara gibt es auch einige Maid-Cafes in denen die Bedienungen verkleidet sind, aber das probier ich auch noch aus. Zum Abendessen sind wir in ein Sushilokal, in dem man beobachten konnte, wie der Sushi Meister die Fische zubereitet. Eigentlich hatte ich ja für einen Tag schon genug Fisch gesehen, dennoch war es wirklich wieder sehr lecker.

Bin dann abends auf eine Valentinsparty, auf die mich Koji eingeladen hatte. Von den ursprünglichen 5000Yen musste ich nur 1000Yen bezahlen . Naja is halt doch ganz cool, wenn man den DJ kennt. War wie immer ein sehr netter Abend mit vielen neuen Bekanntschaften und Erkenntnissen. Hab auch den einen Deutschen BWL Studenten wieder getroffen, den ich am ersten Wochenende in Shibuya kennengelernt hatte…Ok also ich geb zu, hätte der mich nicht angesprochen (sogar mit meinem Namen) dann hätte ich ihn nicht wieder erkannt….Naja ich kann mir ja nicht alles merken. Wurde auch von einem verdächtig aussehenden Mann mit Anzug an einen Tisch gebeten und mir wurde ein sehr teurer Wein gereicht. Er hat auch immer wieder betont, dass er gar kein Bad Boy sei und hat mir mal seine Handynummer gegeben, falls ich irgendwas bräuchte. Er hieß Hattori …hab ihn natürlich dann gleich unter Hattori Hanso im Handy abgespeichert, genau wie bei Kill Bill. Hab halt auch da gemeint, dass ich nicht will, dass er jetzt den Wein bezahlt, aber dann hat der mir ein ganzes Bündel Scheine unter die Nase gehalten…na dann hab ich ihn halt gelassen.
Diese Woche hab ich einiges an Arbeit vor mir. Da Ende Februar das Venus Entry Meeting ist muss ich bis dahin noch Materialproben im Plasmakanal testen. Aber das wird schon werden.
Checkt die Lage, bis die Tage

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